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Für die folgenden Auswertungen wurden jeweils die MUA-Signale verwendet.
Abbildung 4.2 zeigt beispielhaft die MUA-Signale einer Elektrode von zwei Einzeldurchgängen bei verschiedenen Stimuli (unterschiedliche Orientierung, aber gleiche Ortsfrequenz).
Während des Vorlaufintervalls ist die Spike-Aktivität in beiden Fällen gering.
Etwa 60 ms nach der Einblendung des jeweiligen Sinusgitters ist in (a) ein starker und in (b) ein leichter Anstieg des MUA-Signals im Vergleich zur Aktivität im Vorlauf zu sehen.
Im Beispiel (a) bleibt die Spike-Aktivität während der ganzen Reizphase deutlich erhöht.
Abbildung:
MUA-Signal von zwei Einzeldurchgängen. (Negative Werte sind willkürlich versetzt, ,,Null`` liegt bei -5 V des MUA-Demodulators.)
Während des Vorlaufintervalls (0 ms bis 532 ms) ist nur der Fixations-Punkt zu sehen,
danach wird der jeweilige Reiz eingeschaltet.
(a) Etwa 60 ms nach Reizeinblendung steigt die MUA-Amplitude stark an
und bleibt dann im Vergleich zum Vorlauf deutlich erhöht.
(b) Der Amplituden-Anstieg des MUA-Signals ist schwächer als in (a).
![\includegraphics[width=15 cm]{grafiken/Bsp_Einzeltrials}](img146.png) |
Durch Mittelung über alle Einzeldurchgänge wurde für jede Elektrode das Gesamt-PSTH berechnet (siehe Abschnitt 3.3.1).
Die mittlere Spontanaktivität im Vorlaufintervall wurde abgezogen.
Im PSTH kann man für jede Elektrode den zeitlichen Verlauf der Reizantworten erkennen.
Abbildung (4.3) zeigt vier Beispiele.
Etwa 60-70 ms nach Reizeinblendung ist eine transiente Antwort zu beobachten:
Die Impulsdichte nimmt stark zu,
und fällt 30-40 ms später wieder steil ab,
jedoch nicht bis auf das Vorlauf-Niveau.
Im weiteren Verlauf der Reizphase bleibt die Impulsdichte im Vergleich zum Vorlauf auf einem deutlich erhöhten Niveau (tonische Antwort).
In manchen Fällen ist nach dem Abfall der transienten Antwort ein erneuter Aktivitäts-Anstieg zu sehen (Abbildung 4.3d).
Abbildung 4.3:
Beispiele für Gesamt-PSTHs der MUA-Signale. Die mittlere Spontanaktivität im Vorlaufintervall wurde abgezogen.
Bei
wurden die Sinusgitter eingeschaltet.
Die mittlere Latenzzeit
ist jeweils gekennzeichnet (halbe Höhe des Maximums, siehe Abschnitt 3.3.3).
![\includegraphics[width=15 cm]{grafiken/slowGesamtPSTHs}](img149.png) |
Aus den Gesamt-PSTHs wurde für jede Elektrode die mittlere Latenzzeit berechnet (halbe-Höhe-Kriterium, siehe Abschnitt 3.3.3).
Die Latenzzeiten liegen im Bereich zwischen 62 und 74 ms,
nur in drei Fällen lagen sie höher.
Der Mittelwert lag bei 68 ms (Abbildung 4.4).
Abbildung 4.4:
Verteilung der Latenzenzeiten. Der Mittelwert liegt bei 68 ms.
![\includegraphics[width=10 cm]{grafiken/LatenzHistogram}](img150.png) |
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Frank Michler
2003-04-15